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#Scorn #Horror #KeplerInteractive #EbbSoftware

Scorn – Allein in einer bizarren Welt – Review

Der viel diskutierte Newcomer zeichnet sich durch eine dynamische Umgebung und Spielweise aus. Spieler haben die Möglichkeit Scorn auf ihre ganz individuelle Art zu erleben.
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Horror par excellence erwartet die Zocker in Scorn – dem Highlight von Ebb Software. Der Gamer steht vor der Herausforderung, einen düster angelegte Albtraum zu erkunden und in Ego-Perspektive ohne inhaltliche Kenntnisse im Vorfeld direkt in eine geheimnisvolle, teils beklemmende Atmosphäre hineingeworfen zu werden. Allein und ohne externe Hilfe müssen folglich miteinander verbundene Gebiete entdeckt werden – da der Gamehit als Open-World an den Start geht, erschließt sich nun eine surreale Aufgabe mit Lost-Thematik.

Das Szenario spielt nach einer gewaltigen Auseinandersetzung zwischen zwei Fraktionen auf einem entfernten Planeten. Nachdem der Gamer als Humanoider erwacht, scheint der Disput zwischen Cyborg-affiner und Lebewesen-recycelnder Seite aufgrund der Einöde rund um den Spieler wohl beendet – oder? Es bietet sich zumindest ein kurioses Endzeitszenario. Und was hat es mit den parasitären Geschöpfen da hinten auf sich?

Scorn
Die Welt von Scorn ist schaurig schön und unendlich hässlich zugleich.

Düsteres Szenerio in Scorn mit abwechslungsreichen Spannungsbögen

Die Gebiete in Scorn sind zwar miteinander vernetzt, bieten auf der Erkundungstour durch das von Kepler Interactive vertriebene Game jedoch stets neue Aspekte und somit auch einen nicht linearen Plot. Wie in einer surrealen Welt ähnlich eines noch gruseligeren Alice im Wunderland Romans meistert der Horror-Fan den Pfad entlang einer organischen Welt mit unterschiedlichen, unabhängigen Charakteren sowie Rätseln – bloß dass es nicht den einen Weg, sondern eine von vielen wählbaren Richtungen gibt.

Die dabei sich bietenden Eindrücke steigern die Anforderung an den Gamer in Sachen Orientierung und Überlebensinstinkt. Sie werden in der Regel nicht auf den ersten Blick richtig gedeutet. Aber genau diese Desillusionierung der gewohnten Realität wandelt dieses Horrorspiel zu einem wahren Highlight. Mit der Zeit schaltet der Gamer immer wieder neue Areale frei und taucht damit erneut in eine weitere Gruselwelt ein – im Prinzip zeichnet sich Spiel mehr als interaktives Überlebens-Kunstwerk anstatt eines puren Unterhaltungsspiels aus.

Doch auch bei Letzterem kommt der Gruselabenteurer voll auf seine Kosten. Im nicht ganz heimeligen Umfeld gilt der Fokus neben der Bewunderung einer abnormalen Welt sowie dem Suchen nach einer Halt gebenden Orientierung ebenso bestimmter Gegenstände und Waffen: Ja, diese werden sich im Verlauf als durchaus nützlich erweisen. Denn es gibt doch einige Auseinandersetzungen mit parasitären Lebensformen.

Gruselige Entdeckungstour in einer technisch-organischen Welt

Scorn besteht aus einer zusammenhängenden Welt, welche jedoch nur schrittweise begangen werden kann. Ohne jedwede Zwischensequenzen oder einem extra Storytelling ergibt sich auf dem etwas anderen Tourismuspfad im unbekannten Gebiet daher eine ungewisse und bedrückende Atmosphäre. Unterstützt wird diese Beklemmung durch die im dunklen Farbspektrum gehaltenen Labyrinthe. Denn genau dies charakterisiert die einzelnen Gebiete: Ein jeweiliger Irrgarten aus Wegen sowie Räumen. Dazu gesellt sich noch die Hilflosigkeit des Alleinseins.

Doch was wäre gruseliger als eine anrennende Zombiehorde? Ein stetig atmendes, alles umgebendes Lebenskonstrukt, was die eigentliche Welt bildet – und dazu immer wieder im Weg stehende organische-Cyborgs. Der Gamer fühlt sich permanent als nächster Snack einer überdimensional großen fleischfressenden Pflanze und muss während dieses, die eigenen Atemwege einschnürenden, Erlebnisses zusätzlich noch auf Hinweise sowie Objekte achten – denn das Spiel von Ebb Software und die dystopisch-organische Welt verzeihen einfach keine Unaufmerksamkeiten. Dabei zeichnet sich das Horrorspiel mit einem vollkommen realistischen Gameplay aus. So werden die Hände des Spielers die wichtigsten Elemente sein.

Gegenstände und Waffen

Insbesondere das Aufheben von Gegenständen sowie das Bedienen von simpleren Geräten oder auch komplexeren Maschinen an den jeweiligen Steuerpulten lässt ein reales Szenario entstehen. Zudem gesellt sich eine futuristische Charakteristik hinzu: Eine blutrünstige Welt – von einem lebenden Organismus übernommen – mit einigen befallenen Lebewesen bestückt lädt folglich zu einem ganz besonderen Überlebensabenteuer ein. Dabei bestimmt der Gamer selbst seinen Weg: Möchte er sich lieber unbemerkt vorwärts bewegen oder wird er den Einsatz der wirksamen, organischen Waffensysteme lieben lernen.

In Hinblick auf die gewaltigen 4 Waffenkategorien entsteht ein regelrechter Überlebenskampf, da Verbindung der Spielerfigur mit dem Parasiten deren Benutzung fördert. Allerdings steuert der eigene Körper immer wieder Richtung Nahtoderfahrung, wenn der Parasit die Überhand gewinnt. Dann gilt es ein geeignetes Mittel wie einen Stromkreislauf in Schwung zu bringen – die Reparatur eines defekten Aufzugs kommt da wie gerufen.

Die Kombination aus beiden Stilen wird bei begrenzter und vorher festgelegter Equipment im Sinne einer erlösenden Finishings wohl eher ratsam sein. Verstörende Kreaturen mit eigenwiligem Verhalten, notwendige Rätsellösungen zum Weiterkommen beziehungsweise Erkennen sowie das Haushalten von eigenen Ressourcen bestimmen das total fesselnde Flair des Horror-Adventures, welches ganz sicher zum Experimentieren und Umdenken im eigenen Gameplay führen wird. Scorn bietet grafisch und akustisch somit ein lebendig gewordenes Setting a la H. R. Giger und punktet ganz klar durch den Mix aus Mystik und Gruselszenario par excellence.

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