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Meine Erfahrung mit Cubbit.io ★ Eine Cubbit Cell die viel verspricht, aber es (noch) nicht halten kann

Es gibt viele Wege seine Daten sicher und effektiv zu speichern. Von manuellen Kopien auf mehreren Datenträgern bis hin zu Onlinespeichern, wie Google Drive, Dropbox oder Amazon Drive. Aber kann man wirklich sicher sein, dass die eigenen Daten nicht doch einmal verloren gehen können? Festplatten können runter fallen, USB-Sticks zerbrechen und Rechenzentren zerstört werden (wobei Letzteres ehr unwahrscheinlich ist). Ich habe mich lange mit dem Thema beschäftigt und bin bei einem italienischen Startup kleben geblieben. In diesem Beitrag möchte ich meine Erfahrung mit Cubbit.io teilen, und warum die Speicherlösung (noch) nichts für mich ist.

Ein Schwarm, ein Ziel

Ich surfe im Internet und stoße auf eine Firma, die mit einer dezentralen Speicherlösung wirbt. Der erste Eindruck war extrem gut. Auch das Konzept und das Marketing haben für mich gepasst. Das Sinnbild einer Bienenwabe, das Zusammenspiel von Vielen, sowie die Kommunikation auf Cubbit.io haben mich überzeugt. Ich mag eben Bienen! Und Honig!

Das System ist sehr simpel: Neben dem Router wird eine Speicherzelle aufgestellt, auf der später die Daten abgelegt werden. Der Zugriff kann via PC, Tablet oder Smartphone erfolgen. Eine Matrix sorgt dafür, dass die eigenen Daten auf alle anderen erreichbaren Bienenwaben in Dateisegmenten hochgeladen, verschlüsselt und aufgeteilt werden. Niemand, außer die Eigentümer:innen, kann auf die Daten zugreifen. Das macht das System (krisen-)sicher und selbst, wenn die eigene Wabe nicht angeschlossen ist, sind die eigenen Daten über die persönlichen Geräte abrufbar. Nützlich, wenn man im Urlaub ist und wichtige Dokumente benötigt.

Erster Eindruck

Der Versand meiner 4TB-Zelle war sehr überschaubar. Nach fünf Tagen baute ich meine Speicherzelle auf und schloss sie an den Router an – der Aufbau ist wirklich simpel. Die Anleitung ist direkt auf dem Karton abgedruckt, was zusätzlich Ressourcen einspart.

Aber was ist da eigentlich drin?

Man sollte es ja nicht machen, aber ich bin ein Rebell und habe mir den nächstbesten Werkzeuggürtel geschnappt und den passenden Schraubendreher hervorgezaubert. Tatsächlich ist das Innenleben ähnlich überschaubar, wie alles andere bei Cubbit.io. Eine Platine mit Strom- und Netzwerkanschluss, sowie eine SSD und eben das Gehäuse drum herum.

Mein großes Hemmnis mit Cubbit

Da ich mit vielen wichtigen und auch großen Daten arbeite, benötige ich eine Speicherlösung, die auch eine gute Geschwindigkeit im Up- und Download mitbringt. Der Hype um die neue Speicherlösung wurde allerdings durch eine Maßnahme extrem ausgebremst, die das Arbeiten schier unmöglich gemacht hat. Laut Support befand sich im Dezember 2021 das Netzwerk in einer Testphase, in der die Geschwindigkeiten stark gedrosselt wurden. Diese Testphase wurde im Januar 2022 jedoch abgeschlossen, kurz nachdem ich meine Zelle wieder zurückgeschickt habe.

Kosten, und wie man sie verstehen muss

Die Zellen gibt es in verschiedenen (Speicher-)Größen und Preisen. Die kleinste Lösung fängt bei 289 Euro an. In unregelmäßigen Abständen gibt es Aktionstage, an denen die Cubbit Cells günstiger angeboten werden.

Heutzutage ist solch ein Projekt, wie es Cubbit aufbaut recht schwierig zu bewerkstelligen. Man muss überzeugen, und das ist nicht leicht. Besonders die Konkurrenz ist riesig- und teilweise sehr günstig. Ein Google Drive 2TB-Abo gibt es bereits für 99 Euro im Jahr. Das entspricht 9,33 Dollar auf jeden Monat umgelegte Kosten. Nicht schlecht!

Eine Vision umzusetzen benötigt immer einen finanziellen Puffer und regelmäßige Einnahmen. Schließlich arbeiten da Menschen, die auch Ihre Rechnungen bezahlen müssen. Daher ist es nicht verwunderlich, dass viele Reaktionen im Netz negativ sind, was die Preisgestaltung angeht. Auf den zweiten Blick jedoch ist eine Rechnung sehr sinnvoll. Meine 4TB-Zelle hat bspw. 499 Dollar gekostet. Das sind auf ein Jahr gerechnet – 41,58 Dollar – und auf 5 Jahre – 8,32 Dollar. Damit ist die Speicherzelle von Cubbit.io ca. einen Dollar günstiger als die Speicherlösung (aktuell) von Google.

Und einige Vorteile sprechen für die Bienenwabe: Speichererweiterung durch zusätzliche SSD’s, langfristiges Geld sparen und katastrophensicheres Speichern wichtiger Daten.

Ein Update von Cubbit aus Februar 2022

Der Artikel bezieht sich auf meine Erfahrungen aus dem Dezember 2021. Da das Team von Cubbit.io viele Baustellen hat, wird auch tatkräftig angepackt und es gibt mehrmals im Monat neue Updates. So gibt es nun auch ein monatliches Abo, welches ohne eine lokale Speicherlösung funktioniert – eben wie die klassischen Drives, aber 100%ig dezentral. Beide Dienste sind getrennt voneinander zu betrachten, arbeiten aber im Kern zusammen. Ein Schelm, wer das nicht hat kommen sehen… 😉

Mein Fazit

Die Speicherzelle verspricht viel, allerdings kann Cubbit.io seine Versprechen mir gegenüber noch nicht erfüllen. Ich bin eben etwas penibel, wenn es um Funktionalität geht. Aber ich erkenne, dass es sich bei der Firma um ein Startup handelt und eine feste Vision hat… und ich diese auch leben möchte. Daher ist diese Review nicht negativ, sondern als ein Checkpoint zum finalen Produkt mit finaler Funktion zu verstehen. Also Daumen hoch, wenn man wenige Daten sichern möchte. Im Agenturbetrieb allerdings ist das System noch recht langsam, auch wenn die Geschwindigkeiten kürzlich zum Positiven angepasst wurden. Ich freue mich, wenn ich in absehbarer Zeit den Traum von der dezentralen Datenspeicherung in vollen Zügen genießen kann… und jetzt erstmal einen Löffel Honig!

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