Was sind wir Aufbaustrategen doch für herzlose Spieler. Wir bemühen uns darum, die Stadt florieren zu lassen und unsere Bewohner glücklich zu machen, kümmern uns aber keine Sekunde lang um das Herz unserer Metropole: die vielen Häuser. Ein Glück also, dass sich Buildings Have Feelings Too! aus dem Hause Merge Games anschickt, unseren Blick auf die wirklich wichtigen Dinge zu richten.

Der etwas andere Städteaufbau

Diese Stadt hat zweifelsohne bessere Zeiten erlebt. Die Gebäude sind so marode wie die Wirtschaft, die Aussichten für die Zukunft miserabel – wir müssen anpacken. Als Avatar steht uns ein nettes Häuslein zur Verfügung, das durch die Straßen marschiert und Besserung gelobt.

Statt die obligatorischen Rohstoffe zu farmen, steht die Erfüllung von Bedürfnissen im Fokus. Wir handeln auf der Basis von Goldvorräten und erfüllen Wünsche, indem wir Kneipen bauen, Einkaufsmöglichkeiten eröffnen und Häuser mit, na ja, Häuserfreunden vereinen. Klingt lustig, ist es auch.

Ein Studium der Bedürfnisse

Die ersten Schritte sind, typisch Aufbauspiel, überschaubar wie leicht gemeistert. Doch was als netter Spaß mit cleveren Ideen beginnt, erweist sich schon bald als erstaunlich komplex.

Der Platz reicht hinten und vorne nicht. Dazu ist häufig erst nach mehreren Klicks ersichtlich, wer oder was sich in den Häusern befindet und wie Stimmung und damit einhergehend der Level optimiert werden können. Spieler sollten sich darauf einstellen, viel lesen und memorieren zu müssen. Und so bleibt Buildings Have Feelings Too! teilweise zu gemächlich und fummelig für seinen eigenen Anspruch. Mit ein paar Veränderungen im Gameplay und vor allem den doch recht ausufernden Menüs ließen sich diese Stolpersteine aber leicht beheben.

Gute Ideen, mittelmäßige Umsetzung

Buildings Have Feelings Too! definiert das Genre keineswegs neu, weiß es aber mit interessanten Ideen auszustatten. Gleichermaßen ist es ein Beweis dafür, warum Städteaufbauspiele keinen Hauptcharakter benötigen und mit zu vielen Spielelementen verschlimmbessert werden können. Hochkomplexe Mechaniken können funktionieren, aber auch dafür sorgen, dass ein Spiel zu überambitioniert und bemüht wirkt.